{"id":60,"date":"2019-12-05T13:11:59","date_gmt":"2019-12-05T13:11:59","guid":{"rendered":"http:\/\/homepage.kgv-braunsfeld.de\/?page_id=60"},"modified":"2019-12-05T17:08:22","modified_gmt":"2019-12-05T17:08:22","slug":"galerie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/homepage.kgv-braunsfeld.de\/?page_id=60","title":{"rendered":"Galerie"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Kleine heile Welt<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie\n sind die gr\u00fcnen Oasen zwischen den Asphaltw\u00fcsten und Betonburg einer \nvon Hektik und Stress getriebenen Gesellschaft \u2013 die Kleing\u00e4rten. Das \nImage eines von pedantischen Vereinsmeiern geschaffenen Gartenparadies \ntrifft schon l\u00e4ngst nicht mehr zu. Auch sind vor dem Hintergrund einer \nzunehmenden Virtualisierung die kulturpessimistischen Prognosen \u00fcber die\n aussterbende Spezies der Kleing\u00e4rtner keineswegs haltbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr\n l\u00e4sst sich fast 150 Jahre nach dem Tod des namensgebenden Leipziger \nArztes Daniel Schreber in Deutschland ein neuer Trend ausmachen:<\/p>\n\n\n\n<p>Kleingarten statt Eigenheim.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eImmer mehr junge Familien verzichten auf das Eigenheim im Gr\u00fcnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\n wohnen lieber zur Miete und pachten einen Garten, um beruflich mobil \nsein zu k\u00f6nnen\u201c, diagnostiziert Thomas Wagner vom Bundesverband \nDeutscher Gartenfreunde.<\/p>\n\n\n\n<p>So sind in den vergangenen 5 Jahren 45 Prozent aller Neuverpachtungen an Familien mit Kindern gegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von einer Verj\u00fcngung der P\u00e4chterschaft zu sprechen ist jedoch weit verfr\u00fcht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\n Durchschnittsalter liegt bei etwas 60 Jahren und mehr als ein Drittel \nder P\u00e4chter der insgesamt 1,24 Mio. Schreberg\u00e4rten ist zwischen 65 und \n75 Jahre jung.<\/p>\n\n\n\n<p>Geg\u00e4rtnert (\u201egarteln = \ngegartelt\u201c = neu in meinem Sprachgebrauch seit heute \u2013 17. August 2011) \nwird bis ins hohe Alter, denn \u2026 einmal G\u00e4rtner, immer G\u00e4rtner !<\/p>\n\n\n\n<p>Doch\n ungeachtet des Alters, \u201eGarteln\u201c ist zur zweitbeliebtesten \nFreizeitbesch\u00e4ftigung der Deutschen avanciert. So arbeiten wesentlich \nmehr Menschen lieber in einem Garten als sich in einer Kneipe oder in \neinem Theater zu vergn\u00fcgen. Aber warum ? Was treibt sie an, unerm\u00fcdlich \nzu buddeln, zu zupfen und zu rupfen, erbarmungslos Schnecken und Unkraut\n zu jagen \u00f6der j\u00e4ten ?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich diese Fragen stellt, landet schnell bei den Grundfragen des Menschseins.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4rtnern\n ist Ausdruck des Wesens des Menschen. G\u00e4rtnern schult uns in \nFreundschaft, Leidenschaft, Sinnlichkeit, Aufopferungsbereitschaft, \nPflichtgef\u00fchl, Verantwortung, Geduld und auch in der F\u00e4higkeit, mit \nScheitern und Frustration ad\u00e4quat umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4rtnern\n lehrt uns im Grunde alles, was wir f\u00fcr ein gelingendes Leben brauen. \nDie Liebe zum Lebendigen, die sog. Biophile, ist tief im \nMenschenverwurzelt.<\/p>\n\n\n\n<p>So sehnt sich auch \nder hochtechnisierte Kulturmensch mit seinem i-Phone und seiner \nMikrowelle unbewusst nach dem Leben seiner Urahnen: einem Leben in und \nmit der Natur, einem Leben, in dem alle f\u00fcnf Sinne stimuliert werden. \nDenn gemessen an der langen Stammesgeschichte lebt der heutige Mensch \ngerade mal einen Tag in dieser von der Natur befreiten Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4rtnern\n ist stets auch die Besch\u00e4ftigung mit dem eigenen Leben, und dazu noch \neine ganz gesunde, wie Psychoolgen und Mediziner behaupten. Wer \nregelm\u00e4\u00dfig \u201egartelt\u201c, leidet selten unter Stress. Ein Garten bewirkt die\n heilsame Erfahrung von Entschleunigung, Rhythmik, und Ordnung und \nst\u00e4rkt das Urvertrauen, dass das Leben auch nach einer langen Phase der \nDunkelheit doch wieder irgendwie in Ordnung kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere\n der eigene Garten bietet dem getriebenen Menschen von heute die \nM\u00f6glichkeit, einen romantischen Gegenentwurf zu dieser von K\u00e4lte, \nBeschleunigung und Unberechenbarkeit gepr\u00e4gten Gesellschaft zu \nrealisieren. Im Garten erschafft sich der moderne Mensch seine kleine \nheile Nische nach dem Ideal einer unverschmutzten, kontrollierbaren und \nfriedlichen Welt, die es drau\u00dfen vor dem Maschendrahtzaun wohl nie mehr \ngeben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der G\u00e4rtner spielt Sch\u00f6pfergott, entscheidet \u00fcber Leben und Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein und Nichtsein, weist die Natur in ihre Grenzen \u2013 so lange jedenfalls, bis die Natur ihn selbst in seine Schranken weist. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu\n meinem Thema abschlie\u00dfend ein Zitat des Autoren Peter Sager aus seinem \nBuch \u201eEnglische Gartenlust\u201c, in dem er die Erz\u00e4hlung der biblischen \nGeschichte erw\u00e4hnt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir Menschen sind alle aus einem Garten vertrieben worden \u2026<br>Seither suchen wir das Paradies!<br>Auf dem Weg dorthin gibt es G\u00e4rten!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Text von Prof. Dr. Obermaier<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>von Maria Biehl<\/td><\/tr><tr><td> <strong>Meine neue Landlust \u2013 Lust auf Schrebergarten<\/strong><br><br>\u00a0Meine neue Landlust begann auf dem R\u00fcckflug von Salzburg nach K\u00f6ln am 31. Juli 2009.Die Fluggesellschaft hatte eine gro\u00dfz\u00fcgige Auswahl von kostenlosen Zeitungen und Magazinen im Angebot.Ich w\u00e4hlte die \u00fcberwiegend f\u00fcr Frauen interessante Zeitschrift freundin (Ausgabe 17\/2009).Unter der Rubrik \u201etrendreport\u201c las ich mit Interesse den Artikel\u201e<strong>Die neue Landlust\u201c &#8211; Schreberg\u00e4rten als Statussymbol: H\u00e4nde in die Erde\u00a0<br>\u00a0und eigenes Gem\u00fcse anbauen. Deutschland entdeckt die Liebe zur Natur.<\/strong>Und fragte mich: Warum sollte ich mir nicht auch einen Schrebergarten zulegen??\u00a0Gesagt \u2013 Getan nach dem Motto:\u00a0Kurze  Zeit nach meiner R\u00fcckkehr aus dem Berchtesgadener Land machte ich mit  Freundinnen einen Spaziergang im M\u00fcngersdorfer Stadtwald. Angrenzend  befindet sich der Kleingartenverein Braunsfeld e. V.Ein  Kurzbesuch bei einem der dortigen Kleing\u00e4rtner ermutigte mich zu der  Nachfrage im Vereinsheim nach einem Pachtgarten. Dort wurde gerade nach  dem Sommerfest am Vortage mit \u201evereinten Kr\u00e4ften\u201c aufger\u00e4umt.Nat\u00fcrlich wurde ich skeptisch \u201ebe\u00e4ugt\u201c und gefragt, ob ich denn Lust zur Gartenarbeit h\u00e4tte !Ich bejahte dieses und bekam den Hinweis, dass ein Grundst\u00fcck auf der R\u00fcckseite des Vereinsheimes zur Neuverpachtung anst\u00e4nde.Ich  ging mit meinen Begleiterinnen \u201egucken\u201c, meldete mich erneut bei der  Vereinsvorsitzenden, und hatte nach sehr kurzer Zeit einen Pachtvertrag  in der Tasche.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Unerfreulich  war der Zustand des Gartenh\u00e4uschens: marode, ungepflegt, nicht mehr  bewohnbar, an einer Stelle auf dem Grundst\u00fcck platziert, wo die Fenster  niemals einen Sonnenstrahl aufnehmen konnten.Also beschloss ich den Abriss dieses \u201eObjektes\u201c und den Neubau eines Holzhauses.Das Abenteuer begann bereits mit dem Abbruch im \u201euseligen\u201c (das ist k\u00f6lsch) Monat November 2009.Im  darauf folgenden Fr\u00fchjahr nach ausgiebiger Planung wurde das Fundament  f\u00fcr das H\u00e4uschen gegossen, dann das Material bei einem niederl\u00e4ndischen  Hersteller bestellt.<br>Der Aufbau war dann f\u00fcr Ende Juni 2010 geplant.<br>Fast alles lief plangem\u00e4\u00df, denn f\u00fcr alle meine Bauangelegenheiten standen mir kompetente Menschen zur Seite.Mein  \u201eH\u00e4uslebauer\u201c (das ist allerdings schw\u00e4bisch \u2013 glaub\u2018 ich jedenfalls)  unterst\u00fctzt mich bis heute mit guten Ideen, Tatkraft und moralischer  Hilfestellung.Das superflei\u00dfige  Bauteam schaffte es in ungef\u00e4hr vier Wochen in der gro\u00dfen Hitze des  Sommers 2010 den Prachtbau \u2013 die \u201eVilla Maria\u201c &#8211; fertigzustellen. \u00a0\u00a0Ich  versuchte mit meinen kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfigen M\u00f6glichkeiten das Bauvorhaben zu  unterst\u00fctzen, d. h. ich verteilte das Impr\u00e4gnier\u00f6l auf die einzelnen  Holzbohlen, au\u00dferdem beklebte ich stapelweise Zeitungspapier als  Anstrichschutz auf die Fensterscheiben.Zum Gl\u00fcck befindet sich auf meinem Grundst\u00fcck ein riesiger, alter Apfelbaum (sehr leckere \u00c4pfel),\u00a0der angenehmen Schatten bei diesen Anstreicharbeiten spendete.Eigentlich  sollte das H\u00e4uschen einen roten Anstrich bekommen (vergleichbar der  schwedischen Ferienh\u00e4user , die meist alle in diesem ochsenblutrot  gestrichen sind), die Fenster wei\u00df abgesetzt, allerdings h\u00e4tte das noch  einmal mindestens zwei Wochen Arbeit beansprucht und meinen Geldbeutel  ausufernd strapaziert, also der Entschluss stand dann fest: das Haus  bleibt in dem Naturton mit wei\u00dfen Fenstern. \u00a0Das Ergebnis l\u00e4sst sich wirklich sehen !\u2026 und st\u00e4ndige Wiederanstriche mit Deckfarbe werden nicht notwendig sein.Im  vergangenen Herbst beauftragte ich ein G\u00e4rtnerteam, welches mir in zwei  Tagen das gesamte Gartengel\u00e4nde fr\u00e4ste, Mutterboden an den notwendigen  Stellen auff\u00fcllte, den Boden d\u00fcngte, ein Blumenbeet angelegte und einen  Rasen eins\u00e4te, der sich innerhalb von zwei Wochen pr\u00e4chtig entwickelte.Verschiedene Rosen, u. a. auch eine Baumrose \u2013 Himalaya Musk wei\u00df wurden gepflanzt.Somit kam der Winter, in dem alles lange unter der dicken Schneedecke verborgen lag.\u00a0Nach  der Schneeschmelze entdeckte entdeckte ich zu meinem gro\u00dfen Kummer,  dass sich die hungrigen Kanienchen g\u00fctlich \u00fcber meine Rosenst\u00f6cke  hergemacht hatten, welch ein \u00c4rger \u2026, aber alle Rosen haben den harten  Winter und auch den Kaninchenfra\u00df \u00fcberlebt, welche Freude hatte ich  bislang schon an all meinen sch\u00f6nen Rosen, und nicht nur daran. \u00a0Inzwischen ist mein H\u00e4uschen recht wohnlich eingerichtet, so dass ich schon Besuch empfangen und auch bewirten kann.\u00a0Es  bringt mir alles Spa\u00df &#8211; sogar das Rasenm\u00e4hen und Unkrautj\u00e4ten, &#8211; und  das alles in der wunderbaren Gesangskulisse, dem Gezwitscher der  unendlich vielen verschiedenen Vogelstimmen !Zum  Ausruhen, M\u00fc\u00dfiggang oder mit den neuen Gartennachbarn zusammensitzen  beim Tee, Kaffee oder gar exotischen Speisen, die nicht selten die  Fr\u00fcchte der G\u00e4rten beinhalten, ist immer gen\u00fcgend Zeit und ist immer  eine Freude und st\u00fctzt meine Lebensfreude und Energie auf ungeahnte Art  und Weise.\u00a0Alle  meine Freunde und Bekannten, die mich in meinem Zweit-Domizil schon  besucht haben, \u00e4u\u00dferten sich begeistert und haben mich in meiner  Entschluss best\u00e4tigt, dass meine Idee f\u00fcr mein Kleingarten-Projekt die  richtige Entscheidung war.\u00a0\u00a0Das Sch\u00f6nste an der Gartenarbeit \u2013 \u201edie Pause danach&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Text und Fotos von Maria Biehl\u00a0\u00a0 <\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>  <\/td><td><\/td><td><a href=\"http:\/\/www.kgv-braunsfeld.de\/meine-neue-landlust.html#top\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kleine heile Welt Sie sind die gr\u00fcnen Oasen zwischen den Asphaltw\u00fcsten und Betonburg einer von Hektik und Stress getriebenen Gesellschaft \u2013 die Kleing\u00e4rten. 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